Trenkel, Hermann: Kostenanalyse und Erfolgsfaktoren im Betriebszweig Zuckerrübenanbau. Bonn (1999) 293 S., Landw. F., Diss. v. 26.02.1999

 

Das Einkommen landwirtschaftlicher Betriebe in Deutschland weist, unabhängig von Betriebstyp und -größe, eine große Spannbreite auf. Auch für den Betriebszweig Zuckerrüben-anbau läßt sich eine große Einkommensdifferenz selbst für Betriebe mit gleicher Zuckerrübenfläche beobachten. Die Frage nach den Ursachen dieser Einkommensunterschiede wird im Allgemeinen mit den unterschiedlichen Standortbedingungen und Betriebsleiterfähigkeiten beantwortet. Mit der Faktorenanalyse steht eine Methode zur Verfügung, die es erlaubt die auf den Erfolg einwirkenden Faktoren zu identifizieren und zu quantifizieren. Voraussetzung für die Anwendung der Faktorenanalyse ist der Zugriff auf einzelbetriebliche Kennzahlen, die in einem engen Zusammenhang mit dem Betriebserfolg stehen.

 

Im betrieblichen Rechnungswesen ist die Leistungs-Kostenrechnung aufgrund des strikten Leistungsbezugs der erfaßten Koste­n und der Übereinstimmung von Abrechnungs- und Produktionsperiode besonders geeignet für die Bildung betriebszweigspezifischer Kennzahlen. Die Datenbasis bildete eine fünfjährige Erhebung von etwa 200 süddeutschen Betrieben, für die eine Vollkostenrechnung des Produktionsverfahrens Zuckerrüben durchgeführt wurde. Teilweise stammen die Daten aus handschriftlichen Aufzeichnungen. Über eine neuentwickelte Schnitt­stelle wurden jedoch auch Daten aus EDV-Ackerschlagkarteien ausgewertet. Da der Umfang der in den Acker­schlagkarteien verfügbaren Daten für eine Vollkostenrechnung nicht ausreicht, mußte zusätzlich auf Daten aus anderen Quellen, z.B. der KTBL-Datensammlung, zurückgegriffen werden. Ein horizontaler Betriebsvergleich zwischen den handschriftlich erhobenen Betrieben und den EDV-Betrieben zeigt Unterschiede auf, für deren Ursachen sich drei erklärende Hypothesen aufstellen ließen.

 

Die Faktorenanalyse dieser Daten identifizierte fünf Erfolgsfaktoren, von denen sich „Arbeitsintensität“ und „Eigenmechanisierung“ unschwer dem Betriebsleiterverhalten zuordnen ließen, „Ertrag“ und „Qualität“ den Standortbedingungen und „Kapazität“ der betrieblichen Faktorausstattung. Zusammen erklären diese fünf Faktoren etwa 90 Prozent der Kosten- und Leistungsunterschiede zwischen den Betrieben. Eine Clusteranalyse der einzelbetrieblichen Faktorwerte mit anschließender Diskriminanzanalyse teilte die Stichprobe in 10 homogene Betriebsgruppen. Die große Zahl der Gruppen erlaubt es, die differenzierten Erfolgsstrategien der Betriebe zu erkennen. Auf diese Weise können mehrere, klar unterscheidbare, Strategien für erfolgreiche Betriebe identifiziert werden.