Pavlovic, Martin: Systemanalyse internationaler Hopfenwirtschaft und Entwicklung des Simulationsmodells für die technologisch-ökonomische Analyse auf Hopfenanbaubetrieben in Slowenien. Bonn (1996) 183 S., Landw. F., Diss. v. 27.9. 1996

 

Durch die Darstellung einiger Systemelemente der Hopfenwirtschaft wie z.B. interna­tionale Aspekte der Verfahrenstechnik, Anbaustuktur, Maßnahmen der EU-Agrarpolitik, internationale Zusammenarbeit von Hopfenpflanzern sowie Vermarktungsbedingungen wird versucht, die Systemcharakteristika und -besonderheiten zugänglich zu machen. Es werden die Hopfenangebotsfaktoren (A) Anbaufläche, (B) Erntemenge und (C) Alphaproduktion von 1985 bis 1994 auf dem IHB-Niveau (15 Mitgliedsländer des Internationalen Hopfenbaubüros) zusammengebracht und analysiert. Die welt­weiten Anbauflächen umfaßten im Durchschnitt 89.542 ha (IHB-72%). Die Weltproduktion war im Durchschnitt pro Jahr 2.433.380 Ztr. (IHB-78%). Die durchschnittliche Weltalphaproduktion betrug 7.870 t (IHB-81%). Den größten Einfluß auf das Angebot, dargestellt mit dem Welt- und IHB-Prozentanteil in Klammern für die oben genannten Merkmale, hatten die BRD [25%, (34%) / 28%, (36%), / 25%, (31%)] und die USA [16%, (22%) / 23%, (29%) / 32%, (39%)]. Bei einer 10-jährigen Betrachtung kann festgestellt werden, daß die Hopfenproduktion der USA die größte Steigerung erfahren hat. Das ist teilweise durch eine Flächenausdehnung sowie durch Unterschiede in der Sortenstruktur (Aroma-, Alpha- und Superalphasorten) der Anbaulän­der zu erklären.

Um die Analysen des Zeitaufwandes und der Produktionskosten für die Anbaubetriebe unabhängig von der Flächengröße bzw. des Ertragsniveaus durchführen zu können, ist das technologisch-ökonomische Modell SIMAHOP konzipiert worden. Es hat 2 Submodelle: „SIMAHOP-Anbau“ ist mittels analytischer Methode für eine rationelle Anbauplanung und Arbeitsgestaltung konzipiert worden. Es ermöglicht das Ermitteln des Zeitaufwandes für die modelldefinierte Verfahrenstechnik des Hopfenanbaus. Mit Hilfe von 259 verfahrenstechnischen und gleichzeitig simulierbaren Input-Parametern ermöglicht es - mittels rechnerischem Algorithmus anhand von 35 Formeln -, eine Input/Output-Analyse durchzuführen. Die 17 Verfahren sind in 6 Verfahrensgruppen zusammengeschlossen. Der Arbeitsbedarf wird überwiegend pro Fläche (ha) und teilweise pro Ertragseinheit (kg) berechnet. „SIMAHOP-Kosten“ ermöglicht die Berechnung der durchschnittlichen Produktionskosten (GE/kg) sowie des Deckungsbeitrages des Hopfenanbaubetriebes nach den eigenen Kostengruppen: (i) betriebsabhängige Festkosten (GE/Betrieb), (ii) flächenabhängige variable Kosten (GE/ha), (iii) ertragsabhängige variable Kosten (GE/kg). Das Modell wird mit eigener Menüsteuerung durch "QUATTRO pro für Windows" unterstützt und mit hypothetischen Daten dargestellt. SIMAHOP kann als Standardmodell im Hopfenanbau für die Beratungszwecke Sloweniens verwendet werden.